New Episode: Leonard Cohen (Side A)
Shownotes
Am 2.11.2026 jährt sich der Todestag von Leonard Cohen zum zehnten Mal. Es ist und bleibt eine Zumutung, dass er nicht mehr lebt. Aber seine Musik ist uns geblieben. Wir erweisen dem Meister unsere Ehre - gemeinsam mit Oliver Kobold, der in der 100 Seiten-Reihe des Reclam Verlags ein ganz fantastisches Buch über L. Cohen geschrieben hat.
Seite A des Mixtapes:
Suzanne
Dance Me to the End of Love
Lika a Bird on a Wire
Story of Isaac
Lover Lover Lover
There is a War
Avalanche
Avalanche (Nick Cave and the Bad Seeds)
Dress Rehearsal Rag
Nancy
The Gipsy´s Wife
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:35: Hallo Lukas, mein Lieber Franz.
00:00:36: Ja, hallo Christian Grüßig!
00:00:38: Du warst wild ja auch heute in meiner Kleidung?
00:00:39: Ja da bist du schwarz gedresset.
00:00:42: Ich habe normalerweise nichts Schwarzes an.
00:00:45: Wir sprechen heute über einen Künstler der oft mit Dunkelheit, mit Traumelancholie und Depressionen assoziiert.
00:00:52: Aber auch mit blauen Mänteln.
00:00:55: Ja besprechen wir Leonhard Cohen.
00:00:56: Du wieviel waren mal von Gezärtgemeinsung oder?
00:00:58: Ich hab gewusst dass ich weit
00:00:59: nicht
00:00:59: wusste das du dabei warst.
00:01:01: Wir waren in der Konzertlokation Wiesn, oder?
00:01:03: Ja.
00:01:03: Das war ja im Jahr.
00:01:04: muss das gewesen sein.
00:01:05: Das wäre eine große Comeback-Tournee von Coen zu dieser Zeit.
00:01:09: Also
00:01:09: ich muss sagen es waren ganz viele Perlen für eine Sau nämlich mich weil ich wusste natürlich dass er ein guter Mann ist aber ich kannte eigentlich nur was ist die Halle Loja und noch drei Anstelle.
00:01:20: Und wenn ich mal jetzt anschaue was das finde sehr glistbar
00:01:22: mit
00:01:23: meinem heutigen Informationsstand ist das sehr traurig dass ich da nicht mehr wusste.
00:01:27: Ich würde
00:01:27: mir gerne nochmal erleben.
00:01:30: Wär schön.
00:01:31: Noch ein Konzert, da hab ich gesehen das war ... ... ja, das waren ... ... dreiundneunzig in Vien im Hapelstadion und der hat Leonid Kohn vor Feb-Nomor gespielt.
00:01:39: Das hast
00:01:39: du noch mal erzählt.
00:01:40: Ja,
00:01:40: das ist nicht so gut angekommen.
00:01:42: Es war sogar so ... Da rückt's heute die Gesichter bei einem ruhigen Ausgebot von Leuten.
00:01:46: Also es sind aber noch dreißigtausend Leute im Stadion und ich glaub, tausende Leute kannten wahrscheinlich Kohnen.
00:01:51: Aber egal!
00:01:52: Wir sind ja gar nicht so ganz firm nur ein Bieselfirm mittlerweile in dem Kohnwerk.
00:01:57: wir haben... einen Gast aus Stuttgart, nämlich den Oliver Cobolt der ein Buch gerade geschrieben hat.
00:02:03: Hundertseiten über Leonhard Kohl.
00:02:04: Hallo Oliver!
00:02:05: –
00:02:06: Hallo ihr zwei, groß nach Ihnen?
00:02:07: – Hallo!
00:02:08: Groß nach Stuttgar zurück, danke dass du mitmachst.
00:02:11: Man kann das irgendwie umschreiben dieses Projekt.
00:02:13: Das ist gleich im Reklamverlag werden immer wieder in letzter Zeit Bücher geschrieben die exakt Hunderzeiten haben müssen oder dürfen und da geht es um alles Mögliche.
00:02:25: aber sind schon sehr viele Popkulturengen Dinge dabei nicht?
00:02:29: Ja, das stimmt.
00:02:30: Der Reklamverlag hat sich mittlerweile fast zu so einer ersten Adresse für Musikliteratur aufgeschwungen in den letzten Jahren.
00:02:36: Es betrifft nun nicht nur diese Reihe hundert Seiten die auch vor allem aber es scheinen auch ganz viele gebundene Bücher.
00:02:43: mittlerweile zur Rockpop und Jazz und wir dieses Metierbetreibung sind da sehr froh weil die Verlage die das noch wagen werden immer weniger.
00:02:55: Wir gehen es wie immer in Hand von Songs durch und wir haben uns da Songs hin- und her geschickt, die wir gerne spielen möchten oder die wir uns gegenseitig vorspielen sozusagen als Impulse für dieses Gespräch.
00:03:09: Mir ist jetzt nur eine Sache aufgefallen also ich das heute zusammengestellt habe.
00:03:13: Wir haben kein einziges Lied von der ersten Platte also wahrscheinlich von der berühmtesten.
00:03:18: Das heißt ich würde sagen Mach mal, bevor wir losgehen.
00:03:21: Spielen wir vielleicht eins von Sons of Leibniz Korn?
00:03:24: Das ist glaube ich die den größten Hitz, was er sich so sehen.
00:03:27: Siehst du?
00:03:28: Merci so long, Marianne!
00:03:30: Was soll man da spielen?
00:03:31: Du hast...
00:03:32: Dann nehmen wir doch Susanne.
00:03:33: Kennt jeder als Erkennungszeichen perfekt.
00:03:50: Beside
00:03:51: her, and you know that she's half crazy.
00:03:55: But thats why ya wanna be there And She feeds your tea & oranges That come all the way
00:04:04: from China.
00:04:06: And just when you mean to tell Her You have no love to give her Then she gets you on her wavelength And she lets the river answer that you've always been her lover.
00:04:27: You want to travel with her, and you want a travel blinder.
00:04:35: She will
00:04:36: trust
00:04:36: you for you touched her perfect body With your
00:04:41: mind.
00:04:45: Aber hat Susan schon typische Coenbergmale in sich?
00:04:51: Gibt es das von ein paar so markante, vielleicht lyrische Passagen die schon auf das Können dieses Proeten hinweisen.
00:04:59: Ich würde sogar sagen, Susan ist für das gilt wie für alle anderen Lieder von Coen.
00:05:06: er war eigentlich schon fertig als er angefangen hat mit seiner ersten Nummer, aber er betrat ja die Bühne nicht als Newcomer.
00:05:15: Er war ein fertiger Autor, er war ein premierter Lyriker und Romanautor.
00:05:21: Er wusste genau was er gemacht hat – er war über dreißig!
00:05:24: Und zu sehen ist wie die ganze erste Platte eigentlich kein Werk von einem Newcommer der sich noch irgendwie vorantastet, was er mal machen will oder... noch was Unfertiges abliefert, sondern diese Platte ist schon Erwachsen.
00:05:37: Erwachsene geht es gar nicht und Susanne hat genau dieselbe lyrische Qualität wie die Stücke von seiner allerletzten Platte.
00:05:45: also man kann bei Kohn sehr schwer von einem Reifungsprozess reden als die künstlerische Qualitet betrifft.
00:05:52: ich finde die war von Beginn an da.
00:05:54: das unterscheidet ihn auch von ganz vielen seiner Kolleginnen und Kollegen.
00:05:58: Ich habe keinen von den Romanen gelesen, die heißen, glaube ich, A Beautiful Looses und Favourite Game.
00:06:07: Sollte man das nachholen?
00:06:09: Wenn er Zeit hat oder auf jeden Fall...
00:06:12: Also wenn ihr Zeit habt für einen dann würde ich auf jeden fall Favourites Game empfehlen weil dieses Buch liest sich einfach wunderschön.
00:06:21: also wenn ihr Selensure gelesen hat und andere Coming-of-Age Geschichten aus der amerikanischen Literatur Dann werdet ihr damit auch glücklich werden.
00:06:30: Das ist einfach die Rede von einem jungen Mann, der aufwächst und sich verliebt, der Sex haben will mit seinen Freunden abhängt, der nach New York geht und wieder zurückkommt nach Kanada.
00:06:39: Alles sehr autobiografisch in einer wunderbaren Sprache.
00:06:42: Beautiful Losers.
00:06:43: ein paar Jahre später entstanden ist eine andere Baustelle.
00:06:47: Da ist es wirklich harter Tobak!
00:06:49: Die Bedeutung des Buches ist deutlich höher einzuschätzen als das Lesenvergnügen.
00:06:54: Das sind postmoderne Literatur die ganz unterschiedliche Textgattungen mischt, das ist wirklich hartes Brot zu lesen.
00:07:03: Also da muss man kämpfen.
00:07:04: Eines
00:07:04: der eindrucksvollsten Bilder bei der Vorbereitung war ich habe irgendwo gelesen oder weiß jetzt in einem Dokum wie Cohen geschrieben hat.
00:07:12: also er war damals auf Hydra ansässig und sitzt da auf der Terrasse ohne Schatten.
00:07:17: bei vierzig plus Grad haut sich LSD was auch immer rein und hört Ray Charles.
00:07:24: Für mich ist das so ein manisches Bild, also würdest du sagen, ist es was, was Robert Kohn auch ausmacht?
00:07:29: Diese Manie und dieses ... da hinarbeiten, dieses Weitertum?
00:07:34: Auf jeden Fall!
00:07:35: Diese Schreibprozesse hat er ja immer wieder beschrieben.
00:07:39: bei diesem Buch war's wohl extrem weil er kam danach mit dem Zusammenbruch ins Krankenhaus nachdem er diesen zweiten Roman fertig hatte vollkommen erledigt von der Sonne und den Drogen und dem Schaffens raus.
00:07:51: Der hat da zweimal acht Monate dran geschrieben, fast ununterbrochen.
00:07:54: Fünfzehn Stunden am Tag.
00:07:57: Später bei den Songs war es dann ähnlich nur die Form halt eben kürzer und konzentrierter.
00:08:03: aber er hat sich nie leicht getan beim Schreiben.
00:08:05: Er brauchte immer Stimulanzien, er brauchte Inspiration von ganz unterschiedlichen Gegenden sei es von Menschen, sei es vom Heilsleeren was auch immer.
00:08:19: Aber das schaffen viele nie leicht.
00:08:22: Das ist fast schon legendär, diese Schreibkrisen die er hatte und die überwinden musste bis er endlich mal was veröffentlichen konnte.
00:08:27: Das hat er selber so beschrieben und das finde ich auch wirklich treffend für die Songs, dass er manchmal schnell eigentlich so Stoffen fertig hat aber er die dann solange von Plattityden entkleiden wollte, bis dann sozusagen nur noch das übrig war, was wirklich wahrhaftig war oder was er ehrlich gemeint hat also fast im Bildhauer finde Das kann halt dauern, ne?
00:08:50: Ja es gibt ja Filmaufnahmen.
00:08:51: Da sieht man ihnen wie er zu den Schubladen geht und diese Notizbücher mit diesen Strophen hat vorholt.
00:08:57: das sind Blätter um Blätter von ein und demselben Lied, siebzig-achtzig-Strophen aus denen dann am Ende vier wurden.
00:09:05: also er hat mal gesagt man muss es mal zehn nehmen.
00:09:08: diese Strophenzahl die dann veröffentlicht wurde also von fünf Strophens veröffentlich waren's fünftig in der Entstehung Und jede Einzelne hat gleich lang gedauert beim Schreiben sowohl die guten wie auch die schlechten.
00:09:20: Deswegen hatte er auch nie LPs in schnellem Rhythmus veröffentlicht, zwei Jahre war das schnellste aber es ging auch viel, viel länger dass die Intervalle teilweise sieben acht oder neun Jahre gar anhielten bis mal wieder was Neues von ihm kam.
00:09:38: Hat das auch mit selbst zu Erfolg zu tun?
00:09:40: Weil er nicht gewusst hat ob er gut genug ist, etwas perfekt machen wollte?
00:09:46: Ich glaube ja, ich glaube un mit einem Anspruch auf Perfektionismus.
00:09:50: Er wollte die Lieder so in die Welt entlassen, dass sie haltbar sind, der dem immer dieses Bild benutzt von diesem Volvo, diesen Auto das dann auch den legendären Ruf hat sehr langlebig zu sein.
00:10:01: und er wollte, dass seine Lieder mindestens so lange halten wie ein Volvo und er hat das immer mit dreißig Jahre veranschlagt.
00:10:07: Er hat mittlerweile schon fast doppelt an Zeit geschafft und wird noch mehr schaffen aber Das zeigt vielleicht, welchen Anspruch er an sich selber und an seine Kunst hatte.
00:10:16: Deswegen wollte auch nie Unfertiges veröffentlichen.
00:10:19: Deswegen gibt es bis heute auch keine Skizzen aus seinem Nachlass oder andere Fassungen oder Outtakes oder sowas.
00:10:28: Also er hat darauf geachtet dass da wirklich nur diese zehn Lieder mehr warnt sehr fast nie auf einer Platte raus kam und der Rest war Werkstatt und blieb unterm Deckel.
00:10:40: Wie beginnst dir dein Buch?
00:10:42: Da gibt es ein Album, das war so ein Liebesträum.
00:10:46: Das sind seine schönsten Lieder.
00:10:48: und da sind schließlich doch ein paar Lieder über Selbstmord drauf und über Kriegspartisanen in Frankreich und über Raltverkehrs-Hotels... Also
00:11:03: ich habe jetzt sehr bekannter Sample aus dem Jahr, also im Jahr Eightzig.
00:11:06: So hat man ihn damals vermarktet oder auch vermarktete.
00:11:10: Aber das ist wichtig, weil ich war zum Beispiel bei einem Konzert wo du warst.
00:11:13: War auch mit meiner Tante und unter anderem war das Lied Dance me to the end of
00:11:18: love.
00:11:20: Und
00:11:20: das war ihr Lieblingslied, weil es so ein schön romantisches Lied ist.
00:11:23: Also Leonhard Cohen bietet halt unglaublich viel Angrifffläche für Missverständnisse.
00:11:30: also worum's eigentlich geht was dahinter steckt.
00:11:32: Bei Dance Me To The End Of Love gehen sie um die sozusagen Streicher oder jüdischen Musikkabellen in KZ tatsächlich.
00:11:41: Also ich habe nichts mit
00:11:42: einem
00:11:43: Liebeslied zu tun, also das ist was bekommen
00:11:45: leicht
00:11:45: passieren kann.
00:12:05: Dance
00:12:09: me
00:12:17: to the end
00:12:26: of love.
00:13:00: Das zweite Einleitungskapitel in deinem Buch ist dann eine Beschreibung seines Auftritts beim Isle of Wight Festival.
00:13:07: Das war ein Rieselfestival in England, und es waren glaube ich so hundertfünfzigtausend Tickets verkauft, das waren aber dann sechshunderttausende glaube ich.
00:13:18: Und Coen hatte da den Slot, der sollte glaube ich um vier Uhr in der Früh gespielt haben und vorhin auch geschlafen.
00:13:26: Da war die Stimmung relativ aufgeheizt.
00:13:29: Ja, da lief ja vollkommen alles aus dem Ruder bei diesem Festival vom Zeitplan angefangen bis zur Einlasskontrolle.
00:13:35: Die Leute haben dann die Zäune gestürmt und sind einfach aufs Gelände im strömenden Regen bei doch kalten Temperaturen für Ende August.
00:13:44: Als Conan endlich dran war, haben sie ihn aus seinem Bohnwagen geholt und er kam und er wusste natürlich wie die Stimmung bei den anderen Acts waren besonders bei denen ihr leise Musik gemacht haben.
00:13:54: Chris Christofferson haben sie mit Flaschen beworfen, Joni Mitchell wurde ausgebucht.
00:13:58: bei Jim Hendricks haben sich die Bühne angezündet und dann kam er und alle dachten oh Gott das wird das nächste Disaster.
00:14:05: man muss auch dazu sagen hat da vor in seinem Leben nur eine Handvoll Konzerte gespielt und an vor sixhunderttausend Leuten aufzutreten die alles waren aber nicht mehr richtig aufnahmefähig weil sie müde waren und verdreckt verkühlt.
00:14:21: und dann kam er und hat es tatsächlich gepackt, wie Chris Christoffen so schön gesagt hat das Beast zu zähmen indem er sie in seinen Sog reingezogen hat.
00:14:30: Und wenn man das sieht, dass gibt eine DVD von diesem Konzert, da ist es heute noch faszinierend.
00:14:35: Es teilt sich total mit.
00:14:37: also die Band hat Coen zu diesen Zeitpunkt Captain Mandrakes genannt nach diesem Beruhigungsmittel, das er gern zu sich genommen hat und auch die Lieder, die er spielt als diesen Mandrake Einfluss Das spüren.
00:14:48: Es sind so Zeitlupenfassungen seines Programms von den Jahrhunderts und siebzig, was aber die Leute total runterbringt und dazu bringt sich auf diese Lieder einzulassen.
00:14:59: Und er kommt dadurch.
00:15:00: Er spielt ein Programm von über einer Stunde.
00:15:02: Er liest sogar Gedichte und rekitiert sie von über eine halbe Million Leuten.
00:15:08: Und es gelingt!
00:15:08: Es passiert nichts außergewöhnliches.
00:15:12: Die Leute gehen mit, verabschieden ihn mit Applaus.
00:15:14: Er kann sein Programm spielen und alle sind glücklich.
00:15:17: Ich spiele jetzt dann gleich Like A Bird on a Wire und das ist ein Wahnsinn, wie lange man dieses Lai... Wie lang man das dehnen kann.
00:15:26: Und einer liebte mir ganz gut so ab, ob die Band in dem Moment komisch wäre beglebt zu spiegen.
00:15:31: Die schauen sich hinten so an gegenseitig.
00:15:33: und wie macht er das jetzt?
00:15:34: Also es wirkt als wär's auch für die Band immer wieder neu überraschend was Kohler an Geschwindigkeit eben nicht rausholgen aus diesen Liedern.
00:15:41: Er wird doch gewesen sein und der ist so angezogen mit einer Safari.
00:15:45: Und ich helfe wirklich, ja?
00:15:47: Ja.
00:15:47: Ich hätte eine Off-Cupitule,
00:16:19: lady!
00:16:26: Like a night from some old fashioned book
00:16:32: I have saved
00:16:35: all my sorrow for thee.
00:16:44: If i, if ive been unkind I
00:16:59: hope can just let it all go by.
00:17:13: If I ask that I thought of lover and be some kind of liar Vor diesem Lied wendet er sich da an die ... an die sechsehunderttausend Menschen und das sagt zu denen, it's a large nation but its still weak.
00:17:39: Still very weak!
00:17:41: It needs to get a lot stronger before I can claim a right to
00:17:44: land.".
00:18:02: Ich habe meine Theorie also damit sagen möchte oder was er damit gemeint hat.
00:18:06: Was glaubst du?
00:18:09: Ich glaube nämlich, dass dieser Satz über Kohlen als Figur und wie er sich ein Ordnen lässt oder nicht einordnen lässt relativ viel sagt.
00:18:18: aber was meinst Du?
00:18:20: Also er adressiert ja eigentlich diese Underground Nation, die Emanzipationsbewegungen der ausgehenden sechziger Jahre mal auf den Weg gemacht hat, um die Gesellschaft zu einer anderen auf jeden Fall besseren zu machen.
00:18:33: Und er weiß dass es wahrscheinlich nicht gelingen wird.
00:18:38: Er separiert sich davon auch aber auch älter als sein Publikum und er blickte auch sehr kritisch auf jegliche Vereinahmungsversuche.
00:18:47: Und gerade bei dieser Tour, man merkt man auch das dieses gegenkulturelle Publikums oft auf Rändelt mit ihm im Ausverkauf vorwirft oder Deventoom.
00:19:00: Und ich glaube, er sagt den Leuten eben erst Schikze mit dieser Message auch ein bisschen heim.
00:19:05: Vielleicht wird es nicht so wie ihr euch das vorstellt.
00:19:08: Wir müssen etwas anderes was daraus machen Was vielleicht weniger euphorisch anmutet aber bisschen pragmatischer.
00:19:18: Er hat dann nie richtig dazu gehört.
00:19:19: zu diesen sechziger Jahre Aufbruchsbewegungen.
00:19:22: Er hat später einmal gesagt für ihn dauerten die Sechziger Jahre im Grunde nun Wimpernschlag nur fünfzehn Minuten vielleicht, allerhöchstens danach begann schon der Ausverkauf.
00:19:32: Der Ideale und so war es ja dann auch.
00:19:35: Es wirkt doch nicht so, also wenn man sich das Konzert ansieht... ...es wirkt nicht so als würde er vor einer Masse an Menschen stehen.
00:19:41: Das macht Colin aufzufindig!
00:19:42: Es wirkte immer so, als würde mit jedem Einzelnen sein Gespräch führen.
00:19:46: Und der war für mich ein guter Zuhörer in solchen direkten Gesprächen.
00:19:50: Hast du auch den Eindruck?
00:19:52: Ja, er geht ja sogar auf Zwischenrufe ein.
00:19:55: So ganz am Ende vor der letzten Zugabe rufen die Leute nach einzelnen Songtiteln und er geht dann drauf ein und spielt auch eins von den Rheingerufenden.
00:20:04: Man weiß natürlich nicht ob es ohnehin auf der Settliste gestanden hätte das ist ja so ein beliebter Kniff aber es wirkt sehr glaubwürdig und es wirk auch so als sei gerade in diesen Anfangsjahren extrem bereit sich dem Publikum auszuliefern.
00:20:19: im Sinne von ich führe ein Gespräch mit euch Biete euch keine perfekte Show, ich zeige euch meine Verletzlichkeit und wir gucken wie wir miteinander klar kommen für den Abend.
00:20:29: Ich bin glaube ich selbstbewusst.
00:20:31: Wenn man sich überlegt drei Jahre vorher bei dem ersten Konzert oder beim ersten Mal Live-Performance – ich glaub das war so sein mit Judy Collins – dann musste er das abbrechen diesen Song live auf der Bühne zu spielen weil er Nervenzusammenbruch hatte.
00:20:44: also da ist innerhalb von drei Jahren sehr viel passiert.
00:20:47: Vielleicht Mann drax?
00:20:49: Ja sicher.
00:20:51: Sie genannten ihn auch Klebten Mann?
00:20:52: Ja eben,
00:20:52: deswegen ja genau.
00:20:54: Ich war Gas!
00:20:58: Wir haben wenn wir chronologisch bleiben bei das nächste Story of Isaac oder Isak auf der ersten Platte.
00:21:07: Das sind zwar ganz tolle Stücke aber ich habe mir da mal gedacht es ist doch eher Musik um Frauen abzureißen.
00:21:14: Aber ich weiß jetzt nicht, vielleicht ist das jetzt ganz plötformulierbar.
00:21:17: Schiefer gegangen ist er dann erst mit Stücken wie Story of Isaac oder auch dieses Nancy auf der zweiten Platte.
00:21:24: Also da ging es von diesem Schmuse-Sänger war immer das komplett falsche Wort aber es waren doch eher Lieder über Liebe und Frauen und da ging's schon ein Schritt weiter.
00:21:37: Ich glaube es liegt aber auch am Sound der Platten.
00:21:39: Erste klingt einfach gefälliger als die zweite.
00:21:42: Die zweite ist weit aus Kaga Reduzierter, das fängt schon beim Cover an.
00:21:47: Dieses weiße Cover mit dem negativen Foto von ihm in der Mitte.
00:21:53: Die erste hat noch diesen Glimmer-Effekt.
00:21:56: Ich hatte ja schon Simon, der Produzent gemacht, da musste Conia oft bremzend eingreifen und er wollte viel mehr.
00:22:02: Er wollte sogar ein Schlagzeug bei Susanne.
00:22:04: Und es merkt man eine Platte einfach an die klingt gefälliger.
00:22:07: Die zweite wird karg und die dritte wird noch karger.
00:22:11: Das hat da auch einen Effekt auf die Lieder, aber ich gebe dann natürlich recht.
00:22:16: Die zweite und bis vor allen Dingen dann auch die dritte Platte.
00:22:18: Und alle drei kann man zu einer Einheit verklammern.
00:22:21: Die führen dann immer mehr ins... wie soll man sagen?
00:22:26: Ins Lichtlose, in immer weniger Gefällige und wenn man so will, wie du gerade meintest Aufreißer-Röschel.
00:22:34: Zur Story der Eise kennen wir uns das mal an.
00:22:36: also es geht da Diese berühmte Abraham und Isa-Geschichte, das Gott auf Abraham auffordert seinen Sohn zu opfern.
00:22:45: Und er geht dann tatsächlich mit seinem Sohn zur einem Opferaltheid in den Bergen.
00:22:52: Und gerade bevor er ihn umbringt sagt Gott du musst es doch nicht machen.
00:22:56: Also ein bisschen seltsamer Gott.
00:23:00: Und dieses Lied ist aus der Perspektive von Isa geschrieben
00:23:05: In
00:23:08: der Lake
00:23:09: Ladies' Mirror.
00:23:11: We stopped to drink some wine, then he threw the bottle over broke a minute later
00:23:21: and
00:23:22: put his hand on mine.
00:23:24: He thought I saw an eagle but it might have been a vulture.
00:23:32: i never could decide.
00:23:36: Then my father built an altar ,he looked once behind
00:23:41: his
00:23:41: shoulder.
00:24:16: Bist du eigentlich religiös?
00:24:18: Oder folgst du einem religiösen Konzept.
00:24:21: Ich persönlich meinst du...
00:24:23: Ja!
00:24:24: Ich glaube, da haben wir jetzt eine lange Diskussion, religiöses Konzept.
00:24:30: Das müsste man jetzt wieder definieren.
00:24:32: Sagen wir so ich bin um Martin Walzer den Schriftsteller zu zitieren und ich bin nach oben offen.
00:24:38: Ich glaube das trifft es ganz gut.
00:24:39: Ich
00:24:39: habe viele Leute die Koren hören sind nicht religiös und dort frage ich mich manchmal ob man sich daran stören kann an diesen diese religiösen Schlagseite, die ja unglaublich stark ist.
00:24:52: Ja aber ich würde es schon differenzieren.
00:24:53: er predigt ja nicht.
00:24:55: also er benutzt die Bibel auch als Steinbruch und als Literatur und benutzt die Bildlichkeit und die Geschichten ohne aber zu predigen.
00:25:06: man kann die Lieder ja auch hören ohne sich jetzt missioniert zu fühlen.
00:25:12: Du könntest den Vergleich ziehen mit den drei Platten, die Bob Dylan Ende der Sitzigerjahre gemacht hat.
00:25:17: Die den Leser wirklich am Schlawittchen packen und sagen du musst jetzt aber auch gläubig werden und weh du sündigst dann kommst du in die Hölle um es mal ganz platz zu sagen wie die Platte nicht so platt.
00:25:28: Und das macht Cognia nicht.
00:25:29: er bleibt ja immer auf einer verräzelten Ebene also ähnlich vielleicht Nikkeif bei dem er auch keiner auf die Idee kommen würde der will mich bekehren oder missionieren.
00:25:41: Ich glaube, dass er es einfach aufgewachsen mit der Bildlichkeit aus dem Judentum.
00:25:47: Aus der Bibel und das war einfach seine Sprache, mit der er dann auch seine eigenen Gefühle und Gedanken umgesetzt hat.
00:25:56: Ist da vielleicht Lava ein gutes Beispiel?
00:25:59: Weil da geht's ja darum, dass der Sänger den Liebhaber anruft – also gern mal auf Gott, gern mal zu!
00:26:08: ihm zu helfen, einen neuen Namen zu geben.
00:26:10: Sollte ihn zu erlösen von irgendwas und das tut bei Krohet kommt mir vor?
00:26:15: Tut das Gott nicht!
00:26:16: Also er sagt dann sozusagen du hast die Kirchen gebaut, du hast den Synagoen gebaut... Du hast mich zu Gott gemacht und du musst jetzt sozusagen dadurch beschäftigt dich mit diesem Problem.
00:26:30: Es bleibt immer was in der Luft hängen wenn es um Religion geht, kommt mir hervor.
00:26:34: Mir persönlich.
00:26:35: Ich muss zugeben, ich habe den Refrain von Lava-Lava-lava nie wirklich verstanden.
00:26:41: An wen er sich darrichtet?
00:26:43: Wer da angesprochen ist?
00:26:46: Vielleicht muss man dazu sagen dass das Stück im Krieg entstanden war bei dem Jom Kippur Krieg zur Truppenmortivation in Israel hat der in der Wüste gespielt am Sinai und dort ist das Lied entstanden vor Ort vor diesen Soldaten, die ins Lazarett eingeliefert wurden.
00:27:08: Er hat da Konzerte gemacht.
00:27:09: und an wen sich dieses Stück da wirklich wendet?
00:27:13: Das weiß ich nicht!
00:27:14: Es könnte natürlich auch ganz profan sein jemanden der für die Soldaten abwesend ist.
00:27:21: Die Sehnsucht nach den Liebenden, die man zurückgelassen hat in einer friedlicheren Welt Auch das wäre möglich.
00:27:27: Aber da sind wir wieder an dem Punkt dass diese Texte einfach nie wirklich eindeutig entschüsselbar sind, was natürlich auch ihren Reiz ausmacht.
00:27:35: Sondern man kann da mit vielen Deutzungsmustern rangehen und findet dann wieder ein Aspekt den man vielleicht vor Jahren noch gar nicht wahrgenommen
00:27:43: hat.".
00:28:53: Das finde ich vergleichsweise noch relativ leicht dekodierbar, nämlich dieses Lied There Is A War.
00:29:00: Das ist ja gar nicht auf dem gleichen Album und Da geht es ja auch darum, dass dieser Jung-Kippurkrieg gestartet hat.
00:29:10: Er war damals auf Hydra, also auf dieser Insel in der Nähe von, ich glaube vorgelagert vor Athen.
00:29:17: Damals war es ein künstleraussteiger Insel mittlerweile.
00:29:19: Das ist eine Luxusinsel, das ist sehr teuer mittlerweile und dort waren eben dort hauptsächlich Outlaws sozusagen.
00:29:27: Und da er als dieser Krieg begonnen hat Ich war das Erste, was er gemacht hat, dass er aufs Festland gefahren ist und nach Israel geflogen ist.
00:29:36: Und dann eben für die Soldaten zu spielen.
00:29:38: Wobei eigentlich wollte ich sogar kämpfen oder?
00:29:42: Ja, er hat mal gesagt, er will kämpfen... ...was natürlich vollkommen absurd gewesen wäre.
00:29:47: aber er reiste ohne Gitarre an!
00:29:49: Das steht wohl fest und manchen vermuten er wollte in den Kippo-Zimmer helfen weil die Männer da die die Arbeiter sonst verrichtet haben, abkommandiert wurden an die Front.
00:29:59: Und dann hat ihn ein israelischer Musiker überzeugen können, dass er doch seine Talente an anderer Stelle besser einbringen könnte und dann ist er mit Abordnungen an die Stützpunkte gefahren in die Feldlatzarrette und hat da Mini-Konzerte gespielt manchmal bisschen größer, manchmal aber auch nur im Sand von der Handvoll Soldaten.
00:30:20: Ja, und da sinkt er eben dann über... wird in Krieg und erzählt auf wo es jetzt überall Kriege gibt, also zwischen Männern und Frauen.
00:30:27: Und zwischen denen die glauben das Krieg ist oder zwischen den treibenden und dem unglaubigen.
00:30:32: Aber er singt dann auch I'm living here with a woman and the child.
00:30:36: The situation makes me kind of nervous.
00:30:39: Also da geht's offenbar um die Situation dass er eben auf dieser Insel ist mit seiner damaligen Frau
00:30:46: Die
00:30:46: Susanis aber nicht die Susanis aus dem Susanne Und sie hatten ein Kind und man hat das Gefühl, dass er da eigentlich, obwohl in den Krieg zieht sozusagen, dass eigentlich sehr glücklich ist.
00:31:00: Dass er dort wegkommt.
00:31:01: und ich habe gleich einmal gesagt es gibt zwei Dinge die einen Mann vorbringen kann als Argument wenn er seine Familie verlässt um mich Geld verdienen und in den kriegt.
00:31:09: ziel und zu Frauen war nicht immer unbedingt gut.
00:31:13: also er hat Frauen immer wieder verlassen weil's für ihn gerade besser war.
00:31:19: Also er war jetzt nicht unbedingt...
00:31:21: Hatte ich nicht gern gebunden,
00:31:22: hat sich nicht gerne gebunden.
00:31:24: Ja, ich will nochmal ganz zurück zu dem Zitat von eben.
00:31:29: es ist natürlich auch unfassbar ehrliches Zitat.
00:31:32: so was zu sagen.
00:31:32: Ich bin in den Krieg gegangen aber es war zum einen weil ich dem jüdischen Volk helfen wollte Aber zum anderen war's einfach eine Flucht vor meinem Krieg.
00:31:41: daheim In den eigenen vier Wänden und sowas zuzugeben Das finde ich jetzt per se erst mal nicht verwerflich, sondern sehr ehrlich.
00:31:49: Andere hätten vielleicht dieses in den Krieg ziehen irgendwie noch als heroische Tat verkauft nur.
00:31:55: Er hat da doch ziemlich die Hosen runtergelassen bei seinen Aussagen.
00:31:59: Der Umgang mit Frauen ist natürlich so ein Thema.
00:32:02: gibt er diese Platte Deaf of a Ladies Man und Cohen galt eben als der Ladies Man schlechthin.
00:32:08: Ich glaube, man kommt in so ein Bereich des Psychologisierens rein.
00:32:12: Man war nicht dabei – ich weiß es nicht!
00:32:14: Also man müsste mit den Damen reden, so sie denn noch auskunftsbereit sind.
00:32:20: aber ich mag mir da keinen Urteil anmaßen.
00:32:23: Der Eindruck mag bestehen dass er eher unsteht war und immer weitergezogen ist wenn's richtig ernst wurde.
00:32:29: Andererseits wer mag darüber urteilen?
00:32:31: Nicht
00:32:34: There is a war between the ones who say there's a war and the one that says there isn't.
00:32:51: Why don´t you come on back to the war?
00:32:54: That´s right,
00:32:55: get in it!
00:33:02: It´s just beginning.
00:33:08: I live here with woman and child.
00:33:10: This
00:33:10: situation makes me kind of nervous.
00:33:48: Ich habe den Zitat, das ist glaube ich relativ später von Coen getroffen worden.
00:33:52: Da sagt er, das Leben ist undurchdringlich.
00:33:54: Du kannst deine Faust heben und kämpfen.
00:33:57: Da werden wir jetzt quasi um Kippur oder Halleluja rufen.
00:34:01: Und jetzt kommt bei mir ... Was ich mir gedacht habe beim hören, das macht Leonard Quinn aus.
00:34:06: Er sagt dann weiter Ich tat beides.
00:34:08: Also mit mir kommt auf zuerst ein Mensch der in so Abschnitten lebt und sich dem zu hundert Prozent aussetzt und sich den zuhundert Prozent aussitzt.
00:34:18: Dass das Leben aus Beiden besteht also nicht nur entweder oder sondern
00:34:22: Auch.
00:34:23: Ja, ja also die Abschnitte kann man ganz klar im Werk erkennen nicht was die Qualität angeht aber sowas hier herangehensweise was den Sound der Platten auch was den sound seiner Bücher seine Gedichtbände betrifft das kann man da ganz klar ablesen.
00:34:38: es lässt sich wunderbar gliedern ist ja auch ein ganz schmales werk.
00:34:41: Man kann das gut einteilen.
00:34:44: Andererseits ja ich denke Es war mehr Kampf als jubilieren.
00:34:49: Das bringt uns echt dann zurück zur dritten Platte, die heißt Songs of Love and Hate.
00:34:54: Lukas, du hast ein wunderschönes T-Shirt, das hätte ich gerne, kannst du es mir geben?
00:34:57: Das habe
00:34:57: ich schon lange nicht mehr.
00:34:58: Du
00:34:58: hast nicht mehr?
00:34:59: Total vergessen drauf ja!
00:35:00: Ich hatte das lange.
00:35:01: Ja, ich hatte den wundeschönen Songs Of Love And Hate und T-shirt von Leonid Kronen.
00:35:05: Ich kaufe damals bei dem Konzert sogar.
00:35:07: Ich hab's nicht mehr, ne?
00:35:08: Das
00:35:08: ist super.
00:35:10: Dieses Album, also was im Drittes... Und ich würde das mal so sagen wenn man jetzt Zum Gewissen gerade ernst gemeint, wenn man leicht lebensmüde ist, sollte man das gar nicht anhören.
00:35:21: Das ist eines der deprimierendsten Arben der Musikgeschichte, würde ich mal sagen.
00:35:25: Der Opener Avalanche und dann dieses dritte Dress-Rehearsal Rag... Also das sind wirklich... Das sind Lieder aus einer tiefsten Depression raus die er dann um die Zeit auch tatsächlich hatte, oder?
00:35:39: Ja genau, also Avalange Er öffnet das Album, er öffnete auch die Karriere von Nick Cave als erstes Stück auf der ersten Bad Seedsplatte.
00:35:49: Das ist nur nebenbei aber das zeigt zu den Verwandtschaften im Geiste.
00:38:44: Diese Songs of Love and Hate Album ist wie ein schwarzes Loch, saugt alles ein und zurück bleibt nur Fassungslosigkeit und Dunkelheit.
00:38:54: Und Dress-Rehearsal Wreck hast du gerade angesprochen.
00:38:56: das ist natürlich die Krönung von all dem.
00:38:59: er hat das Stück ganz selten alive gespielt.
00:39:02: der hat dem fast so magische Wirkung zugeteilt.
00:39:07: wenn man das spielt dann passiert irgendwas ganz Schlimmes und deshalb lass ich es lieber.
00:39:11: Ich will davon gar nicht mehr verschlungen werden in die Tiefen wag'e ich mich nicht mal rein in den ich damals war.
00:39:19: You can still find a job, go out and talk to a friend.
00:39:25: On the back of every magazine there are those coupons you can send.
00:39:33: Why don't ya join The Ross accrucians?
00:39:36: They will give your back your hope!
00:39:40: You can find your love with
00:39:43: diagrams
00:39:44: on a plain brown envelope.
00:39:48: But you've used up all your
00:39:50: coupons,
00:39:52: except the one that seems to be written on your wrist
00:39:59: along
00:39:59: with several thousand rings.
00:40:04: Now Santa Claus comes forward as a razor in his mitt
00:40:20: Und er hatte ja diese Depression, also damals war er wahrscheinlich dreißig.
00:40:24: Die hat ihm nichts erlebenlang begleitet wie es scheint aber doch dreißzig-vierzig Jahre.
00:40:30: Ja, er ist im Alter wurde es besser.
00:40:33: Er hat auch in Interviews dann stolz erzählt dass die Neurologie herausgefunden hat das das dann im Alter ausbalanciert wird rein chemisch im Gehirn, dass man nicht mehr so darunter leidet.
00:40:46: Aber es war ein Thema bis in die neunziger Jahre hinein bei ihm.
00:40:51: Und er hat das ständig gekämpft?
00:40:52: Ich glaube auch alles was seine Biografie so prägen wird wie ins Kloster gehen, Drogen nehmen, Affären.
00:41:00: Das sind ja wahrscheinlich alle Selbstmitikationsversuche.
00:41:04: Ja, man könnte vielleicht sogar einen Krieg ziehen noch dazu rechnen Die denkbar größte Ablenkung.
00:41:12: Und er hat sich auch gerne so Regimen unterworfen, also so Disziplin, Disziplinar-Regimen wie auf Tour sein dieser ganz streng durchgetaktete Tagesablaufauftour der Tagesablauf im Kloster.
00:41:25: Der Tagesablaus im Krieg.
00:41:27: Er hat mal gemeint wäre nicht Musiker geworden oder Künstler hätte vielleicht den Weg eingeschlagen denn sein Vater für ihn immer außer Kohren hatte nämlich auf die Militärakademie zu gehen.
00:41:36: in Kanada Auch wieder dieses Disziplinarmäßige, man weiß was man zu tun hat.
00:41:42: Man muss sich nicht so viel mit sich selbst beschäftigen, man muss nicht so viele nachdenken sondern funktioniert einfach.
00:41:47: Ich habe
00:41:47: zugleich immer das Gefühl bei Live-Konzerten eben wie du gesagt hast diese Zwischenansagen also dass er das geliebt hat und gebraucht hat.
00:41:54: auch das gibt ja auch so Rituale.
00:41:56: ich glaube vor einem Konzert wollte er allein sein, nachher dem Konzern wollte er alleine sein.
00:42:00: und dieses Sicherheit, dieses Wiederholung von Livekonzerten an sich Hat er bis zu einem gewissen Grad vielleicht gebraucht oder hat ihm das Stabilität gegeben?
00:42:10: Konzerte waren schon auch sehr dingdann später, ne?
00:42:15: Richtig sein Ding waren sie dann wirklich erst bei der Tour die ihr ganz am Anfang angesprochen habt ab dem Jahr zwei Tausend Acht.
00:42:22: Da hatte man den Eindruck jetzt ist er angekommen und weiß genau was er macht auf der Bühne.
00:42:28: Jetzt ist es nicht mehr so ganz improvisiert und schutzlos... Jetzt spielt er auch mit dem Publikum ein bisschen, jetzt weiß er die Regeln und kann darin sich tummeln.
00:42:40: Davor – weiss ich nicht – diese three-neunziger Tournee, die auch erwähnt wurde.
00:42:45: am Anfang, da war er am Ende auch tot unglücklich und meinte, er wird nie mehr auf Tournee gehen und ist danach ins Kloster abgehauen wollte nichts mehr davon wissen.
00:42:54: Das waren immer so zweischneidige Erlebnisse erst ganz am Ende, womöglich mit dem nachlassenden Depressionen ist und dann bei sich auch auf der Bühne richtig angekommen.
00:43:02: Es hat
00:43:02: ja einen besonderen Hintergrund im letzten Jahrzehnt oder in den letzten fünfzehn Jahren seines Lebens so viel gespielt hat.
00:43:10: Da brauchte Geld aber aus besonderen Gründen sozusagen.
00:43:15: Aus sehr traurigen Gründen.
00:43:17: Seine Managerin ist mit der ganzen Kohle über alle Berge sozusagen Pleite, also sie hat die Rechte in seinen Songs veräußert an vielen Songs zumindest und sein Vermögen.
00:43:29: Und das was er für seine Kinder angespart hatte, was die mal erben sollten... Das war alles weg!
00:43:34: Und der wusste Geld wenn ich das nochmal reinkriegen will lässt sich heutzutage nur noch mit Turnäen verdienen.
00:43:41: Das war schon im Jahr zwei tausend acht so dass die Tonträger Absätze zurückgegangen sind und er hat ja nie wirklich richtig viel Platten verkauft.
00:43:49: Und so hatte sich dann zu dieser Tournee mehr oder weniger überreden lassen aus diesen pragmatischen Gründen.
00:43:54: Sechs Wochen sollte die dauern, es wurden dann fast hier hundert Konzerte.
00:43:58: Du Lukas, da hätte ich jetzt eine Bitte an dich!
00:44:00: Bei diesem Konzerten gab's einen Ritual wo er seine Bandmitglieder vorgestellt hat und ich bin ein Schlagzeuger in deiner Band.
00:44:08: Er nannte dem Schlagzeuge im seiner Band immer den Prince of Precision.
00:44:13: Könntest du das bitte auch mal über mich sagen?
00:44:14: Okay.
00:44:15: Das wär nett...
00:44:17: Wie stellst du mich denn vor?
00:44:18: Du bist der Slow-Hand.
00:44:19: Nein, du bist dann... Der Kind war der Crazy Dream!
00:44:23: Das hat er für sich selbst gesagt.
00:44:25: Aber er ist als Siebzig und erzählt, wie er Sechzig war und sagt, er war damals noch ein...
00:44:30: Just the Kid
00:44:32: was a crazy dream.
00:44:33: Der dürfte aber bei den Veräugungen nicht vergessen voreinander.
00:44:36: Das war ein ganz wichtiger Bestandteil auf der Bühne.
00:44:39: Das müsst ihr dann auch mit übernehmen.
00:44:41: Die Musiker voreinanders.
00:44:44: Also eher vor den Musikern
00:44:46: Ja, vor dem mussten wir zu Recht.
00:44:48: Wir haben das
00:44:49: Gegenteil von Finn Morrison eigentlich.
00:44:50: oder kann man
00:44:51: sagen?
00:44:53: Die fühlen sich wahrscheinlich ein bisschen gröner als bei Finn Morrison.
00:44:56: ja!
00:44:57: Wir haben jetzt schon ein paar Live-Lieder übersprungen nämlich auch von dir eins.
00:45:00: Du hast ausgesucht und möchtest gerne spielen Nancy live in London, da ist er in Leipzig.
00:45:06: Und der Chipsi's Wife live aus neunundsiebzig.
00:45:10: Was ich toll finde an dieser ersten Liveaufnahme Nancy, das Lied heißt Bei der Erstveröffentlichung seems so long ago Nancy.
00:45:17: Auf der Liveplatte hat er einfach den Titel gekürzt, das ist mit die roheste Liveplate, die man sich vorstellen kann.
00:45:23: diese Live Songs beginnt beim Cover und hört bei der Songauswahl nicht aus.
00:45:28: Ich weiß nicht wie es euch geht.
00:45:29: ich habe ein unheimliches Febel für Liveplatten, die einen Souvenir-Charakter haben von der Tournee also nicht in triumphalen Abend in Gänze einfangen sondern so Skizzen zusammenfassen unveröffnete Stücke eventuell bei Soundcheck gespielte Stücke versammeln, aus verschiedenen Städten zu verschiedenen Zeiten aufgenommen.
00:45:49: Das finde ich total spannend.
00:45:51: immer und diese erste Cone Live-Platte versammelt Aufnahmen von zwei Turnäen, von neunzehnten, siebzig, unneunsten oder zweienseitzig.
00:45:58: das sind Stücke drauf die sonst gar nirgends gibt.
00:46:01: Und da merkt man auch wie diese Turnänen gelaufen sind Diese unfassbare Intimität, die da geherrscht hat auf der Bühne und in Verhältnis zum Publikum Stück Nancy, die ich finde fast am Eindrücklisten mit.
00:47:24: Das zweite Live-Stück, was du hast das ist auch irgendwie bisschen düster oder irgendwie ein bisschen luftiger.
00:47:33: Dieses Chips is Wife.
00:47:35: und warum hat dieses Chips Is Wife diese live Version ausgesucht?
00:47:41: Weil diese Phase Ende der siebziger Jahre immer zu kurz kommt, was in jeder Publikation zu Kohn hatte.
00:47:48: Da auch kein Stück aus dieser Phase auf eurer Liste und ich dachte die muss aber repräsentiert werden.
00:47:54: Und da hört man Kohn nochmal wie er hier am Anfang klang also.
00:47:59: das ist so die Wegscheide.
00:48:00: danach war seine Stimme anders.
00:48:02: danach waren auch seine Lieder vom Sound her anders.
00:48:11: In that tired old cafe, a ghost climbs on the table.
00:48:22: And they bridle negligent.
00:48:27: She says my
00:48:28: body
00:48:29: is the light.
00:48:30: she says
00:48:31: My body's the way I raise my arm against it
00:48:38: all and i catch the bride's bouquet.
00:48:45: so well Where is my gypsy wife tonight?
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