Lieder über Wien - Side A (Rewind)
Shownotes
Gemeinsam mit Christian Seiler - einem fundierten Kenner Wiens und seiner Musikszene - machen wir einen musikalischen Spaziergang durch die Bezirke unserer Heimatstadt. Geleitet von unserem Mixtape durchschreiten wir den Luegerplatz, spazieren in den grünen Prater, ergötzen uns am Canaletto-Blick, begeben uns auf´s haaße Pflosta der Reindorfgasse und, und, und....
Das Mixtape:
Ernst Molden - Luegerplatz
Georg Danzer - Stau auf der Tangenten
Krixi, Kraxi und die Kroxn - Hallo
André Heller - Wie die Rotunde
Heller und Qualtinger - Wean, du bist a Taschenfeitl
Ja, Panik - Wien, Du bist ein Taschenmesser
Leonard Cohen - Take This Waltz
Ostbahn Kurti und die Chefpartie - Haaßes Pflosta
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:37: Hallo Lukas!
00:00:38: Wir haben wieder ein Mixtape erstellt, diesmal zu der Stadt wo wir zwar nicht geboren wurden aber schon lange erleben.
00:00:44: Nämlich zu Wien war relativ bald klar dass wir über Wien auch mal eine Folge machen möchten und das machen wird es heute entwärmterher.
00:00:52: ein MiXTAPE erstellt mit Liedern zur Wien Und wir sind hier.
00:00:56: eigentlich klar, dass wir hier gelandet sind.
00:00:59: Wir sind im Wohnzimmer von Christian Seiler.
00:01:04: Ist es richtig, wenn man sagt zwei deiner Lebensthemen sind Musik und Wien?
00:01:12: Kann man problemlos so benennen.
00:01:15: Noch ein Lebenstemmer ist glaube ich Essen.
00:01:17: kann man sagen hast du noch andere Lebensthemen?
00:01:20: Ja viele viele andere Lebens Themen.
00:01:23: Ich habe sehr viel Interesse in Literatur, interessiere mich sehr für klassische Musik, interessiert mich Beziehungen, Reisen.
00:01:38: Also du bist Journalist und kommst aus dem Völtroteil sozusagen oder aus der Kulturabteilung meistens?
00:01:45: Und daher ergeben sich dann die Dinge, die du gerade genannt hast.
00:01:50: Genau!
00:01:51: Der Journalismus ist für mich eigentlich immer ein Vehikel gewesen, mich mit den Dingen auseinandersetzen zu können, die mir interessieren.
00:02:00: Das ist bis heute so geblieben.
00:02:02: Du schreibst ja auch eine im wöchentlichen Kolumne, die heißt Gehen.
00:02:06: Die ist immer in der Samstagbeilage vom Kurier und da gehst du zwar nicht nur durch Wien aber fast immer.
00:02:11: also manchmal gehst auch durch ein Park in Adelaide oder durch deutsche Städte oder durch die Schweiz aber zu... ...achtzig Prozent sind es glaube ich Spaziergänge durch Wnen.
00:02:21: Neunzig Prozent würde ich sagen.
00:02:24: Das Gehen ist eine tägliche Angewohnheit.
00:02:28: Das war wirklich bei jedem Wetter und unter allen Umständen, auch wenn ich wirklich großen Stress habe.
00:02:36: Weil es mir sonst herzgewachsen ist und weil es immer etwas mit mir macht.
00:02:42: Es gehen ist eine Wohlfühlmaschine.
00:02:50: Kaum bin ich zwanzig Minuten draußen.
00:02:54: Merke ich das, dass sie meine... Mein Zustand zu verändern beginnt und wenn ich nach anderthalb Stunden oder zwar nach Hause komme, bin ich einfach an einem völlig anderen Zustand als in dem Moment wo ich rausgegangen bin.
00:03:07: Ich hätte jetzt eher Lieder ausgesucht nicht so ein klassisches Vinis Leihwand-Gefühl sondern alles Lieder was um konkrete Orte geht die wir dann mit dir durchspazieren und dich dazu befragen.
00:03:19: Ist das recht?
00:03:20: Das ist mir total rechte!
00:03:21: Bin gespannt was ihr ausgesuchtert
00:03:23: habt.
00:03:24: Geht man nach Bezirken vor?
00:03:25: Gerne
00:03:26: Dann machen wir mal ein Lied über den ersten Bezirk.
00:03:29: Wir haben jetzt keine großen Sehenswürdigkeiten, aber wir haben so eine umstrittene Sehinswürdigkeit.
00:03:34: Wir sind im Karl-Luegerplatz mit Ernst Molden und das Lied heißt der Klueger Platz.
00:03:39: Ein Lied vor der Erweckung von Ernstmolden zum Mundarztsänger hat damals auch noch Hochdeutsch gesungen.
00:04:10: Bei der Platane die Zombies Ziehen dir Mutter und Schwester
00:04:21: dreck Aber
00:04:26: die Erde Nett sich will Lächelt der Leben
00:04:37: Zart glitzert ein Schatz Hat einer wie ich Den besseres Grab Als hier unterm?
00:05:02: Das war jetzt die Ernstmolden zum Loega-Platz.
00:05:04: Ich persönlich habe eigentlich das Lied gar nicht ganz verstanden, hast du eine Idee um was es da geht?
00:05:10: Also ist irgendwie eine Liebesgeschichte und er fühlt sich auf den Platz eigentlich ganz wohl und er hat noch kein Problem mit dem Loega Denkmal.
00:05:22: Ja, er findet an dem Platz etwas und ich finde dann den Platz auch etwas.
00:05:27: Weil das ist der Platz wo das Café Brücke ist und die goldenen Zeiten.
00:05:32: Und der Städte Baulich eigentlich ein besonders schöner Platz ist, weil so ein Einschnitt ist vom Ring und man hat diesen Blick hinüber Richtung Dritterbezieher, Richtung Stadtpark, Richtung Hilton Hotel, Richtung Museum für Angewandte Kunst.
00:05:50: Es ist ein schöner Platz und es ist ein bisschen ein Drama das er so heißt wie er heisst.
00:05:57: und natürlich ist auch das Loega Denkmal eine desorder Kraft der man sich nicht entziehen kann.
00:06:06: zum Glück ist jetzt diese Installation, die aufgestellt wurde um den Kontext von Lueger zu erinnern wieder abgebaut worden.
00:06:18: Das hat ja ausgeschaut wie eine Hochschaubahn ohne Wagen.
00:06:22: Das waren ja die Umrisse von allen Luegermahlen in Wien?
00:06:27: Das war doch die Idee oder?
00:06:29: Genau das war so etwas wie ein Schaulager dafür dass es zwar dieses umkämpfte große Luegger-Denkmal am Luegarplatz gibt Aber das ist auch noch an vierzehn anderen Stellen.
00:06:42: Der Staat, große kleine Luegerdenkmäler gibt die nicht kontextualisiert sind weil neben dem Luegedenkmal steht natürlich schon lange eine Tafel wo darauf hingewiesen wird dass das eher mit seiner antisemitischen Politik Erst den Boden für Hitler bereitet hat, der ja zu dieser Zeit als Lohega regiert hat hier in Wien war und gesehen hat dass da Antisemitismus ein unglaublicher Motor ist für eine neue Politik.
00:07:15: Heute sieht man das auch wieder in einem ganz interessanten Licht mit den aktuellen Ereignissen.
00:07:23: aber Das Denkmal selbst ist natürlich umstritten und umkämpft in den letzten Jahren.
00:07:32: Und ich finde eigentlich sehr schön, wie es jetzt da steht – das ist so mit Farbe überschüttet.
00:07:37: Es schaut wirklich sehr, sehr reudig aus!
00:07:39: Man kommt nie auf die Idee, dass dieses Denk mal ein in einem Normalzustand ist.
00:07:48: Also ich find der Künstlerwettbewerb, der gemacht wurde Darauf hinzuweisen, dass mit dem Denkmal irgendetwas nicht in Ordnung ist.
00:07:59: Der ist eigentlich von der Straße schon sehr schön vorweggenommen worden.
00:08:05: Der Lueger ist mit Farbe überschüttelt.
00:08:07: auf dem Sockel unten steht Großschande.
00:08:10: Also wer da nicht auf die Idee kommt, dass das mit dem Luegern irgend etwas nicht in ordnung sein könnte?
00:08:16: Der hat keine Augen im Kopf.
00:08:18: Aber das ist eigentlich diese neue Konzeption was man sagt Man neigt das Denken mal um drei Komma fünf Grad glaube ich Weit weniger plastisch als eben dieses Schamde und dieses Verschmierte auf dem Denkmal.
00:08:28: Ich frage mich ob man drei, fünf Grad über zehn wird mit freier Nage?
00:08:32: Ja das wird man sehen weil es ist ein sehr hohes Denkmeil.
00:08:35: Das ist ja miteinander also mit Sackel fast fast zwanzig Meter hoch Und das wird sichtbar schiefstehen.
00:08:43: Das ist ein Konzept, das wurde ja schon mal eingereicht und zwar vor mehr als zehn Jahren.
00:08:49: Und dass es jetzt diesen Wettbewerb gewonnen hat zeigt auch ein bisschen wie unschlüssig die Entscheidungen sind, wie man mit dieser Situation umgehen soll.
00:09:07: Ich bin grundsätzlich nicht dafür für das Stürmen von Denkmailern, aber in dem Fall bin ich ganz sicher, dass auch wenn das Denkmal abgebaut, geneigt und wieder aufgestellt ist es wird nicht so bleiben wie er es konzipiert ist.
00:09:19: Es wird deres.
00:09:20: was jetzt zu sehen ist, wird genauso wieder zu sehen sein Und von daher würde ich sagen, ist es für mich okay, mir soll gar nicht geneigt werden.
00:09:32: Interessant in dem konkreten Fall, darüber noch zu denken ob man es nicht wirklich abmontiert und ob man nicht irgendwo in der Stadt eine Halle macht wo die Abgebauten Denkmäler zu sehen sind mit ihrer Geschichte.
00:09:44: Das wäre eine interessante Ausstellung.
00:09:46: Wieso meinst du?
00:09:47: Du hast gesagt du bist grundsätzlich nicht dafür und hier scheinst du war ganz deutlich dafür zu sein.
00:09:53: wieso bist du grundsinnig dafür?
00:09:54: und und hier schon weil sie so eindeutig ist
00:09:59: Ja und weil die jüngere Geschichte, die den Kampf um dieses Denkmal abbildet eigentlich recht klar darauf hinweist was da zu tun ist.
00:10:12: Also ich glaube entweder lässt man so stehen wie sie ist oder man nimmt es weg.
00:10:18: das wären die beiden Möglichkeiten.
00:10:19: Und warum sagst du bist generell nicht dafür?
00:10:22: Denkmäler abzubauen bzw.
00:10:25: das führt dann gleich weiter, es gibt ja sehr viele Straßennamen in Wien die in irgendeiner Form belastet sind.
00:10:33: Da gibt's auch einen langen Bericht von einer Kommission nach verschiedenen Belastungsgraden.
00:10:38: Die empfehlen aber auch man sollte es nur im allernotwendigsten Fall umbenennen.
00:10:42: also wir sehen jetzt nicht die Denkmalstürmer sondern wahrscheinlich ist die Kontextualisierung besser.
00:10:50: Ich finde, wenn ich jetzt unterwegs bin habe ich eigentlich immer Freude mit diesen Tafeln die angebracht sind bei irgendwelchen Straßenschildern.
00:11:02: Weil ich da fahre um wen es sich da handelt nachdem man Straße oder ein Platz oder was benannt ist.
00:11:10: Man kennt ja sehr viele dieser Namen nicht und Manchmal steht dann eben auch dabei, dass der oder die eine Geschichte im Dritten Reich gehabt hat und man das auch mitdenken muss in der Bewertung dieser Person.
00:11:31: Und das finde ich eigentlich interessant.
00:11:33: Das machte etwas plastisch, es ist ja nicht so dass man die Jahre zwischen neunzehn drei und dreißig um einzehn fünf oder vierzig einfach wegstreichen kann.
00:11:42: Das funktioniert ja nicht.
00:11:45: Von daher denke auch, dass das Denkmal stürmen eigentlich... nicht die richtige Methode ist, sondern das Kontextualisieren ist sicher eine wertvollere Methode.
00:11:59: Beim Lueger glaube ich es ist eine Ausnahme, ich hätte zum Beispiel gern dass man da jemand anderen hinstellt.
00:12:07: Wir haben darüber nachgedacht, wir haben mit meiner Frau lang drüber diskutiert.
00:12:10: Das wäre schön.
00:12:11: zum Beispiel wenn man mal so einen hohen Sockel hat und große Frauen gestalt dort oben.
00:12:18: wen würde jetzt hier dahin stellen?
00:12:19: Welche Frau wird zum Beispiel denkmalwürdig?
00:12:24: Die kriegt ein Kaufhaus.
00:12:26: Wieso nicht mein Denkmal?
00:12:27: Ja, warum nicht?
00:12:29: Gibt es eigentlich ein bekanntes Denk... also Mario Theresi und so weiter.
00:12:32: aber so neu zeitlichere Denkmäler mit einer Frau gibt's
00:12:36: eigentlich
00:12:36: nicht oder?
00:12:37: Sehr wenige.
00:12:38: Werden
00:12:39: nur viele Denkmääler in.
00:12:40: den Denkmählern von einzelnen Personen werden überhaupt nicht mehr gebaut und meistens sind sie dann abstraktere Dinge oder gerade nicht.
00:12:51: Das wird ja eher von unten gedacht, glaube ich momentan.
00:12:54: Denkmalen und das aus Sicht der Herrschenden oder wäre...
00:12:58: Weil Gefahr besteht, dass man es vielleicht dann irgendwie falsch macht?
00:13:01: Oder weißt du anders, weil der Kontext sich anders ergibt über die Zeit vielleicht?
00:13:04: Oder man weiß nicht, was die Leute noch so treiben.
00:13:06: Stört davon werden.
00:13:07: ein Kretertumberg-Denkmal, ne?
00:13:11: Schwierig!
00:13:13: Verbehrst schon eine Kolonie mit den Schande-Kübeln unterwegs wahrscheinlich.
00:13:17: Ja, vielleicht,
00:13:18: wahrscheinlich.
00:13:20: Wir gehen jetzt in den zweiten Bezirk und du hast gesagt, du würdest gern das Lied hören Stau auf der Tangenten von Georg Danzer.
00:13:28: Ich würde das jetzt beim zweiten Bezier nehmen weil ich finde die Tangente kann man am besten besichtigen wenn wir auf der Bratahaupter leben.
00:13:35: Zweites Bezirkes und drunter steht.
00:13:38: Sehr gute Idee!
00:13:55: Der Himmel,
00:13:56: wo er ganz bloß fuhr.
00:14:03: Es war um und auf dem Leibberg, beim Kreisverkehr, wo es geht auf die Tänkenden Und jetzt woh'n wir üblich, da Sein Fenster
00:14:18: vor
00:14:18: der Welt rauf.
00:14:20: Man
00:14:23: muss stets hier mit einem schönen
00:14:28: Rucksack drauf ist gestanden Linker hat sie denkt, nimmst das ein Stück
00:15:34: bemitwärts Super Nummer, warum hast du das ausgesucht?
00:15:44: Weil ich finde dass das Lied so ein unglaubliches Sentiment hat.
00:15:52: Also es ist... Es ist ein Mensch der etwas Alltägliches macht und von einer Situation, von einem Blick, von einer Beobachtung die er macht einfach total auf sich, auf das Innerste zurückgeworfen wird.
00:16:09: Und infrage stellt ob eigentlich der ist was er so tut in Ordnung ist.
00:16:14: und er kriegt etwas was wir wahrscheinlich alle kennen als Sehnsucht danach dass alles nochmal von vorne anfangen könnte.
00:16:23: Das ist vielleicht besser hätte sein können.
00:16:26: Und das ist ein Lied, das mir immer wieder berührt, wenn ich es höre.
00:16:33: Du hast dir Georg Danzer interviewt, hast du uns vorher erzählt während des Liedes?
00:16:37: Welchen Windblick hatte Danzer was?
00:16:39: Was hat Wien für ihn bedeutet?
00:16:42: Der Georg Danz war ein Wiener und er war ein wiener der diese Sprache wirklich beherrscht hat wie kaum ein anderer.
00:16:50: Es gibt ein paar die machen das ein bisschen rumpeliger Aber der Georg Danzer hatte so eine ... Der konnte voll aus der wienerischen Boesie schöpfen.
00:17:03: Und er hat manchmal ja auch so diese ... Er hat auch Humor gekauft und er konnte lustige Lieder schreiben, die sind auch die gewesen, die erfolgreich waren.
00:17:14: aber er hat eigentlich auf fast jeder Platte wahnsinnig schöne Balladen geschrieben, die für mich absolut zum Wiener Weltkulturerbe gehören, zu den besten Sachen die im Wienertialekt entstanden sind.
00:17:30: Die sind weniger gehört worden.
00:17:32: und er ist ja am Ende seiner Karriere nachdem er in Deutschland ein Superstar war und vor dem ganz großen Publikum also in den großen Hallen gespielt hat und in Stadien oder dann ist er etwas kleiner geworden viel kleinerer Flamme agiert als Musiker, bevor er dann wieder mit dem Fendrich und dem Anbruchs die Austria III Sachen gespielt hat.
00:17:59: Und das war eigentlich so ein kreatives Hitzfabrik, der die besten Lieder von allen gespielt hatte und damit ein großes Publikum erreicht haben.
00:18:09: Aber dieses Lied Starr auf der Tankenden ist etwas was... Was ich immer wieder anhören kann und was mich immer wieder erreicht.
00:18:20: Großes Kinder!
00:18:21: Aber du hörst es glaube ich nicht so oft im Auto oder weil du fast relativ wenig Auto in Wien?
00:18:26: In Wien war überhaupt kein Auto.
00:18:30: Ich wohne zentral, und Wien ist ja eine Stadt die für den Fußgänger gemacht ist.
00:18:37: Es passiert alles in konzentrischen Kreisen.
00:18:41: Ich bin in einer Viertelstunde am Stephansplatz.
00:18:45: Ich lege eigentlich jeden Weg in Wien zu Fuß zurück, wenn ich jetzt nicht unbedingt nach Rotan aussehe muss oder so.
00:18:52: Aber da bin ich hier in Wimitte natürlich auch im richtigen Ort, weil da steigende Schnellbahn ein oder in die U-Bahn und bin ganz schnell dort, wo ich hin muss.
00:19:02: Also du bist eher Schule?
00:19:04: Man sollte das Autofahren noch unattraktiver machen in Winn?
00:19:08: Zu hundert Prozent!
00:19:09: Zu hundert Prozent.
00:19:10: also ich sehe überhaupt nicht einen, warum das Fahrverbot in den ersten Bezirken nicht schon längst vollzogen ist, es ärgert mich wahnsinnig wenn ich in die Stadt hineinspaziere und ich gehe über die Bäckerstraße.
00:19:21: Und da kommt man dann bei irgendwelche kreisenden Autos mit Trotteln entgegen, die dann Parkplatz suchen hat der einer wunderbarsten kleinen Plätze im Wien.
00:19:31: der Universitätsplatz also der ehemalige Universitätenplatz oder irgendeiner Zeitplatz vor der Jesuitenkirche ist voll geparkt mit Autos.
00:19:40: vollkommen grotesk, dass das noch immer erlaubt ist.
00:19:44: Man braucht wirklich nur in jeder italienische Stadt mit einem historischen Ortszentrum gehen.
00:19:51: Dort haben die Autos nix verloren und es ist total richtig so!
00:19:54: Das wäre in Wien ganz leicht möglich.
00:19:57: Ich habe jetzt auch Studien gelesen dazu, dass es gar nicht schwierig wäre, die Ringstraße autofrei zu machen dass die Stadtpolitik viel zu wenig dafür tut, dass die Autos mindestens aus der Innenstadt verschwinden.
00:20:18: Und ich habe da eine große Sehnsucht danach das dieser Platz auch uns Fußgängern zurückgegeben wird weil es gibt so Orte wie... den Schwarzenbergplatz, wenn man dort die Straße überqueren möchte auf der Lotringer Straße.
00:20:37: Da stehst du zehn Minuten, wenn du bei Grün über die Straße gehen möchtest und es ist so viel Verkehr und alle Ampels sind dafür gescheitert dass die Autos flüssig durchkommen.
00:20:49: Das ist anerkronistisch!
00:20:51: Die Zeit ist vorbei für das.
00:20:53: Es gehört jetzt ganz anders gedacht.
00:20:57: Beim Radikaldenken sind weder die Wiener Stadtroten noch die Grünen erfolgreich genug gewesen.
00:21:06: Bis jetzt!
00:21:08: Ich bin optimistisch, schauen wir mal
00:21:39: was passiert.
00:22:13: Du gehst gerne durch den grünen Sprater?
00:22:16: Ja das ist eigentlich meine gängigste Route.
00:22:26: Wenn ich hier rausgehe, bin ich ein paar Minuten im Prater.
00:22:29: Ich gehe über die Hauptallee entlang des Hallstadlwassers und dann zum Lusthaus nach hinten.
00:22:39: Dann die Belvedere alle vielleicht durch den Walterkernweg wenn es nicht so schmutzig ist dort... Das sind eigentlich meine Wege!
00:22:48: Da komme ich ja anschließend von vorhin, da kommt man dann immer wieder unter der Südostankente durch.
00:22:54: Wo man sich denkt was für ein Denkmal dafür wie man in den siebziger Jahren Stadtpolitik gemacht hat.
00:23:02: Man baut eine Autobahn durch diesen einmaligen Prater wäre halt natürlich nicht mehr möglich.
00:23:08: Völlig und denkbar?
00:23:09: Völlig undenkbar.
00:23:10: aber wenn wir unter diesen Fahrbahnen durchgeht dort wohnen manchmal Sandler oder Jogger, manchmal siehst du Rehe die dort wechseln.
00:23:22: Ich habe ganz in der Nähe von Südostankente sogar
00:23:28: am
00:23:28: Ufer des Heuchttadel-Wassers schon ein Eisvogel sitzen gesehen.
00:23:32: also wirklich ein seltenes Tier.
00:23:35: Es ist so eine unglaublich drastische Begegnung.
00:23:39: von den Vorteilen und Nachteilen dieser Stadt.
00:23:43: es eigentlich auch ein Denkmal Könnte man auch stürzen.
00:23:46: Und du
00:23:46: bist immer froh, wenn du unten stehst und dann die oben denkst und denkst ich muss jetzt nicht in ein Auto sitzen?
00:23:52: Ja logisch weil ... Kenne natürlich dieses Gefühl, wo man in einem Auto sitzt und es ist stau und alle sind aggressiv.
00:24:01: Du wirst die Spur wechseln und du wirst von hinten angehubt weil irgendein anderer Mensch gönnt dir diese drei Meter Platz nicht.
00:24:12: Es ist ganz lustig dass diese ganze Aggressivität und ungeduld ist.
00:24:18: genau dorthin auf diese sechs oder acht Fahrspuren gepflanzt, während du dort unten durchmarschierst und wirklich an einem der schönsten Orte der Stadt bist.
00:24:32: Aber eine Sache fehlt – die Rotunde?
00:24:35: Die Rotunde!
00:24:36: Ja, die fehlt ja schon seit einiger Zeit...
00:24:39: Nein ich mach jetzt nur noch ein bisschen eine totale Überleitung nämlich zu einem Lied von Andre Heller.
00:24:48: da musst du uns jetzt dann erzählen seine Biografie für ihn geschrieben.
00:24:53: Nicht für ihn, sondern
00:24:55: mit ihm oder...
00:24:55: Dich und dich!
00:24:58: Na wer hat es nicht selber geschrieben?
00:25:00: Ist er an dich herangetreten dass du das machst oder hast du ihn gebeten ob du das machen darfst?
00:25:05: Das war ein Giant Venture weil wir haben uns kennengelernt auf seinen Betreiben.
00:25:11: interessanterweise als ich beim Profil war bekam ja meinen Anruf vom Heller wo ich zuerst eigentlich gedacht habe, dass das ein Practical Joke von einem meiner Freunde ist und den Heller kann er sehr gut nachmachen.
00:25:25: Aber er war selber und hat mich zum Tee eingeladen damals noch in seine Villa im threizenten Und da haben wir uns kennengelernt und haben uns verstanden und dann auch angefreundet.
00:25:37: und irgendwann kam er mit der Idee also gesagt wenn eines Tages meine Biografie zu schreiben ist, dann musst du es tun machen.
00:25:48: Es gab dann einen Moment in meinem Leben, wo ich gefühlt habe, ob wir das jetzt gerne machen und dann haben wir es gemacht.
00:25:53: Das hat dann noch vier Jahre gedauert bis es fertig war.
00:25:58: Und das ist eine herausfordernde aber unglaublich interessante und befriedigende Arbeit mit dem André dieses Buch zu machen.
00:26:40: Tunde war ja ein Provisorium für die Weltausstellung im Prater.
00:27:42: Und wie so viele Provisorien in Wien, ist sie einfach stehen geblieben und ist geliebt worden von den Menschen.
00:27:49: Sie war aber ganz aus Holz und es gab dann diesen sagenhaften Moment wo sie zu Brennen begonnen hat.
00:27:58: Auf diesem Moment bezieht sich der Heller, weil es muss etwas gewesen sein was von einer schaurigen Schönheit gewesen ist als die Rotunde dann tatsächlich abgebrannt ist und das war ein Wahrzeichen des Praters.
00:28:12: Wo ist sie genau gestanden?
00:28:13: Dort wo jetzt die WU ist.
00:28:17: Da ist genau dieser rotunden Platz und dort direkt neben dem Trabrennplatz.
00:28:24: Das ist wirklich heute noch ein Weg, der so geschwungen ist.
00:28:27: Ja ob das daran angelehnt ist, da ist dieses Viertel zwei und diese runden Türme und die Wirtschaftsuni und so.
00:28:37: Es hat nur mehr wenig damit zu
00:28:38: tun.
00:28:39: Weißt du warum dieser geliebt wurde?
00:28:42: Ich war nicht dabei aber es war ein spektakuläres Bauwerk und es hat dann vielen Zwecken gedient.
00:28:55: Warum sie so geliebt wurde, warum liebt man ein Bauwerk?
00:28:59: Weil man an es gewöhnt ist.
00:29:01: Weil er Ästhetik hat und für etwas steht.
00:29:04: Und ich glaube das war bei der Rotunde genauso.
00:29:08: Weißt du, wenn du sicher viel mit André Heller gesprochen haben, der hat eine Liebe für Dinge die er gerade nicht erlebt hat in seiner Generation.
00:29:19: Heimito von Todara, die Rotunde... Josef Roth, alles so ein bisschen vergangen aber halt eine Generation vor ihm sozusagen.
00:29:31: Hast du da irgendeine Theorie oder?
00:29:34: Na ja, er hat einfach ... Er hat ein sehr gutes Gespür für Qualität.
00:29:42: und wenn man was Josef Rot betrifft, ich meine, ich lese auch immer wieder den Radetzgemarsch weil das ist einfach... größte literarische Werk eines österreichischen Schriftstellers ist, finde ich.
00:29:56: Und der Heller hat in dieser versunkenen Kultur, in dieser jüdischen Kultur Österreichs natürlich immer noch Anknüpfungsorten gesucht weil er selber aus dieser Kultur stammt weil er aber dann in der nächsten Generation, der Nachkriegsgeneration von Künstlern aufgewachsen ist und dort als junger Zaungast eigentlich immer am Anfang mit dem Tisch sitzen durfte im Havelker.
00:30:30: Und wer ein ganz großes Interesse daran gehabt hat wie Kultur entsteht... Gefühl für Qualitäten entwickelt, mit wem man sich verbünden kann um möglicherweise eigene Anliegen weiterzubringen.
00:30:46: Wie man lernt, wie man... sind seine Worte wie man sich permanent verwandeln kann.
00:30:57: und ich glaube da hat er einfach noch Qualitäten gesucht und die kann schon sagen dass er sich nicht nur für das Vergangenen interessiert hat, aber dass man Geschichte lernt wenn man ein österreichischer Künstler ist oder eine in Österreich tätige Figur ist.
00:31:18: Das ist von Vorteil, das hat man jetzt zum Beispiel an unserem jungen Bundeskanzler gesehen.
00:31:23: Der hat nicht Geschichte gelernt und der Heiler schon an der Seite diese Qualitäten gekannt, andererseits hat er aber eigentlich überall dort angeknüpft wo die anderen nicht hingeschaut haben.
00:31:42: Als er zum Beispiel als junger Sänger, war es ein neunzehntzwanzig jähriger von so einer ersten Songs aufgenommen hat und sehr erfolgreich war da mit.
00:31:56: Der Plattenfirma sofort die das Privileg abgeknöpft, dass er selber auch ein Label bespielen kann.
00:32:06: Und dort hat er dann zum Beispiel die Tamboritzer Siegendorf aufgetan und hat so diese Qualität von gelebter Volksmusik am Rand von Österreich also mit einer anderen Sprach- und Kulturgruppen.
00:32:24: Das hat er gesehen und es ist erst viel später!
00:32:29: sind diese Dinge dann auch in den Mainstream gerückt.
00:32:33: Und er hat sich natürlich auch für moderne Kunst interessiert und für zeitgenössische Kunst, wenn du dir anschaust das Album namens Platte da hat er ein Objekt vom Walter Bichtler voran gehabt.
00:32:49: Dem Heller kann man nicht vorwerfen, dass er in der Vergangenheit lebt.
00:32:52: Aber er hat ein Gefühl für die Vergangenheiten und er hat einen Gefühl für Bilder wie die Rotunde, wie es brennt hat.
00:33:00: Das ist natürlich ein starkes
00:33:01: Bild.
00:33:02: Der Heller ist ja eine Figur selbst ausstrahlt.
00:33:06: tollen Hauskonzerte vor fünf Jahren, oder wann das war?
00:33:09: In den letzten Jahren.
00:33:10: Wo
00:33:10: halt auch die richtigen Kontaktpersonen eingeladen hatten.
00:33:14: Da gibt es so dieses Schwarz-Weiß Video mit Nina spielt damit und genau Malden wo der Jürgen das passt alles in sich sehr gut zusammen.
00:33:23: Und das ist viel lang später noch.
00:33:25: Ich finde auch diese alten Platten... Das ist vor allem von der Aufnahmetechnik her finde ich ein Hammer.
00:33:32: also was mich Ich finde, es macht man nicht so gut produziert.
00:33:39: Und diese alten helle Alben mit diesem Streicherauschmaus
00:33:43: ist
00:33:44: das Weltklasse für
00:33:45: mich.
00:33:45: Dann ob er durch den Brat geht und der Ragonisch-Schönenherz.
00:33:50: Wenn du die etwas späteren Alben anschaust, Basta zum Beispiel, das ist eine Zeit noch immer... Noch immer zeitgemäß produzierte Platte.
00:34:02: Das hat einfach mit dem Peter Wolf gemacht und da waren die ganzen Musiker vom Zapper, von den Mothers of Invention drauf Und der Heller hat... das muss man ihm wirklich ganz hoch anrechnen, er hatte immer das Gefühl gehabt ich will jetzt wenn ich da was mache Ich will die besten Leute an meiner Seite haben.
00:34:22: Dann hat er bei Buster singt er dann mit der Chaka Khan Und später hat er dann mit Flora Purim und Ayatomorera gespielt, und hat den Freddy Hubbard eingeladen, Trombete zu spielen.
00:34:38: Ich meine das sind Weltstars!
00:34:40: Das sind absolute Household Names nicht?
00:34:42: Die haben auf Platten eines österreichischen Künstlers gespielt.
00:34:47: Austropop hat da Hellernie gemacht aus der vielleicht gemeinsam im Ambrose... Also da für immer jung aufgenommen haben oder so.
00:34:56: Aber sonst hat er schon ein sehr, sehr gutes Gefühl dafür gehabt mit wem man sich zusammen tut.
00:35:02: Die müssen halt auch Ja sagen.
00:35:04: Wenn du dir anschaust in der Geschichte vom Heller wie viele Leute ja gesagt haben und wo er eigentlich nichts zu bieten hatte außer ein überzeugendes Projekt dann muss man sagen ... hat schon etwas zu bieten, nämlich sich.
00:35:20: Und er ist ein fantastischer Geschichtenerzähler und wenn du mal mit ihm an einem Tisch sitzt verstehst du das sofort?
00:35:29: Der hat eine Magie und es hat auch bei vielen Leuten rund um die Welt geblückt auf der ich nicht
00:35:54: haus bin und trotzdem steh.
00:35:58: Du bist
00:35:59: ein feier Salamander, auf einer gestehten Ausmärz im Pfann!
00:36:06: Du gibst
00:36:06: kein
00:36:06: Heut und hast keine Ander, michst gerne an jedem O-Beezer... Der
00:36:16: Stuhl ist den
00:36:18: Hoss ins Pfanne und Rohr Bist heute abrufener Tag.
00:36:26: Du warst kannt, tuet auf mir froh Drass
00:36:33: ihn unsang.
00:36:52: Was hältst du für ein Kanal-Lettoblick?
00:37:37: Ein schönes Bild.
00:37:38: Okay, ich komme noch nicht drauf!
00:37:40: Wir gehen in den dritten Bezirk und wir hören uns ein Lied an von Leonhard Kohn.
00:37:47: Da singt er über das Konzerthaus in Wien.
00:37:50: There's a concert hall in Vienna, take this waltz!
00:37:53: Und neben dem Konzerthaus ist der Eislerverein und daneben ist das Hotel intercontinental und da muss man ja aufpassen dass es nicht den Canaletto-Blick stört.
00:38:03: Zuerst das Lied und dann reden wir über den
00:38:11: Canaleto.
00:38:18: There's a bar
00:38:19: where the boys
00:38:20: have stopped talking.
00:38:23: They've
00:38:23: been sentenced
00:38:24: to death
00:38:25: by the blues.
00:38:28: But who is it, climbs your picture with a garland of freshly cut tears?
00:38:43: Take this walls!
00:38:59: Habt mit dir das noch nie gesprochen?
00:39:00: Aber ich schätze dich eines Menschen, der Leonid Kohn mag.
00:39:03: Natürlich!
00:39:05: Das ist so wie wenn du fragst... Magst du es, wenn die Sonne scheint?
00:39:12: Ja, mag ich und ... Ich hab den Kohn auch im Konzerthaus gesehen.
00:39:19: ein großes Erlebnis, eine große Figur.
00:39:25: Und wenn man so im Nachhinein schaut was der in die Welt gestellt hat an Poesie und an Melodien dann weiß man dass das etwas ganz Besonderes war wenn man das Privileg hatte mit dem einmal in einem seiten Haus zu sein
00:39:46: Und dann vor allem im Haus, was er besingt.
00:39:48: Wobei ich glaube gerade dieses Lied das ist ja gar nicht der Text nicht unbedingt zu hundert Prozent nur von ihm Das ist ja eigentlich ein Südamerikanisches
00:39:59: Gedicht.
00:40:03: Aber gut da ist diese Konzerteile und dann ist der Kanalettoblick.
00:40:07: also das ist ein bisschen ein umkämpftes Feld der Stadt wo die Konzerthaus steht unter Eislerverein Und ich glaube, man kann es so zusammenfassen.
00:40:17: Der Blick vom Belvedere auf die Innenstadt, mit dem nicht mal Canaletto-Blick, weil's ein Bild von einem Allernamenskanaletto gibt der hat das so gemalt und das ist sozusagen dieser Blick oder diese Flucht ist irgendwie schützersürdig und da sollte man keine höheren Häuser hinbauen.
00:40:35: Das ist ja glaube ich der Casus Belli dass er dann das Intercontinental weg soll und höher hingebaut werden soll.
00:40:44: Also erste Frage ist aus deiner Sicht wichtig, ein Blick der vor hundert Jahren so war.
00:40:51: Ist das irgendwie schützerswert?
00:40:52: Es ist völlig unerheblich meiner Meinung nach.
00:40:55: Es ist auch so wenn man oben beim oberen Belvedere steht und in die Stadt hineinschaut... dann sieht man, dass da eine Stadt ist.
00:41:05: Du siehst die Hochheiser am Donaukanal, du siehst das Blinken dort am Newstower wo die Reklamtabel oben am Dach angebracht ist.
00:41:16: Da siehst alles Mögliche was der Canaletto nicht gesehen hat.
00:41:22: und wenn man jetzt mal sich die Mühe macht und ins Kunsthistorische geht und sich das Bild anschaut... wie viel sich verändert hat.
00:41:32: und ich finde auch, dass es gut ist, weil die Stadt muss leben.
00:41:40: Und der Staat kann jetzt nicht so in ihrer barocken Vergangenheit beschränkt werden.
00:41:48: Da muss ich sagen, dass mir persönlich dieses UNESCO-Weltkulturerbe total am Arsch vorbei geht, weil ich überhaupt
00:41:57: nicht
00:41:58: einsehe dass es da einen privaten Verein gibt der Wien vorschreibt wie er sich zu entwickeln hat.
00:42:07: Ich kenne das Konzerthaus sehr gut und den Eislaufverein und diesen Ort.
00:42:14: mein Sohn ist gegenüber in das akademische Gymnasium gegangen.
00:42:20: Deswegen bin ich dort unzählige Male vorbeigegangen am Weg ins Akademithärter.
00:42:25: Und dieses derzeitige Hotel in der Kontinentel und der Zustand des Eislauferreins, das ist skandal.
00:42:35: also die ganze Peripherie von dem Eislaufverein, das is wieder Herr Bürgermeister Zilck über einen anderen Ort gesagt hat an Rautzenstaden definitiv nicht schützenswert.
00:42:49: Und wenn es da jetzt ein Projekt gibt, so wie das als Projekt aus dem Wettbewerbszieg reicher vorgegangen ist, dann bin ich froh darüber, wenn sich dort die Flächen neu schlichten und Dinge entstehen, der Allgemeinheit zugutekommen, wenn dort die Stadt ein bisschen entwickelt wird.
00:43:15: Ich fand das Projekt immer gut!
00:43:18: Es ist eh schon zerstört worden... Die Eleganz des ersten Entwurfs wird sowieso nicht in die Tat umgesetzt.
00:43:28: und
00:43:29: was dann rauskommt, das kann man ja nur ahnen bei.
00:43:33: Wir sind da ganz in der Nähe von Bahnhoffmin Mitte, das ja auch von Ordner und Ordner einmal als ein unglaublich elegantes und schönes Projekt mit neuen Hochhäusern gestaltet wurde.
00:43:47: Was dann auch wieder irgendwelche Widerstandsgeister in der Innenstadt zu verhindern gewusst haben – Mit dem Effekt dass jetzt ein plumper hässlicher Glasklotz mitten in der Stadt steht.
00:44:01: Er ist nicht ganz so schlimm, wie er hätte sein können.
00:44:04: Es sind ein paar Facetten noch dran die okay sind aber wenn ich mir vorstelle wie es hätte sein kann dann muss man ins Badezimmer gehen und eine Träne aus dem Augenwinkel wischen.
00:44:20: Das selber geht fürs Museumsquartier das ja toll ist.
00:44:27: Noch viel toller hätte es sein können, wenn der ursprüngliche Entwurf umgesetzt worden wäre mit dem Leseturm.
00:44:33: Also wo eigentlich die Ansatz der planenden Architekten waren ja auch die Ordners war das dass aus diesem aus diesen barocken Stallgebäuden Die neue Welt das Neue Wien raus explodiert sichtbar auf den ersten Ort und am ersten Blick.
00:44:56: Und es hat dann einen Möbelhausbesitzer und ein Zeitungsarausgeber im Zusammenspiel zu verhindern gewusst.
00:45:05: Also, das wird jetzt da beim Intercont-Projekt so sein.
00:45:11: Es wird schlechter gemacht werden und es wird Mediokra gemacht werden – es ist wirklich sehr, sehr schade!
00:45:19: Aber wie könnte man's dann... Das ist mir generell aufgefallen bei dieser ganzen Staatssache….
00:45:27: Alles ist irgendwie so und kämpft, weil wenig Raum es ist.
00:45:29: Es gibt immer verschiedene Interessen.
00:45:31: Die einen wollen alles bewahren, die anderen wollen den Tourismus schützen.
00:45:34: Die anderen wollen halt nicht möglichst viel Kubikmeter hinbauen.
00:45:37: Es wollen alle irgendwie was anderes.
00:45:40: Und dadurch werden alle Entscheidungen so schwer... Ganz basisdemokratisch wird man sowas nicht entscheiden können.
00:45:46: Wer soll es dann entscheiden?
00:45:47: Fachleute sollen sich entscheiden, die Politik soll sich nicht anmaßen diese Entscheidungen selbst treffen zu können sondern sie sollen mit Beiräten arbeiten und mit Schirien von ausgewiesenen Fachleuten Und sie sollen sich am Schluss dann einfach an die Entscheidungen, die ihnen davor gegeben werden halten.
00:46:04: Es gibt genug kompetente Leute die so was entscheiden können.
00:46:07: das sieht man ja bei den Schiri-Ergebnissen.
00:46:11: Aber am Schluss wird es dann einfach immer von den Ökonomen runtergerechnet, auf eine maximale Profitabilität.
00:46:23: Von den Bürgerinitiativen wird sowieso alles bekämpft was Charakter hat.
00:46:28: Bist du da ja zuversichtlich, dass sich etwas ändert zum Guten?
00:46:32: Ich finde, es gibt wahnsinnig viel Gutes!
00:46:35: Es gibt Dinge, die einen auch optimistisch stimmen.
00:46:38: Es gibt wahnsinnig viel gute Projekte und interessante Projekten.
00:46:41: Ich bin jetzt gerade vor zwei oder drei Wochen durch die Seestadt Aspern gegangen.
00:46:45: Da bin ich von Simmering rübergegangen bei diesem Einstationsprojekt Und das ist schon ein interessanter neuer Stadtteil und da ist relativ befreit gebaut worden weil es einfach auf der grünen Wiese gebaut wurde.
00:47:03: Und es gibt viele andere gute Projekte.
00:47:05: Es ist nicht so, dass ich alles schlechtreden möchte aber es ist gerade so an Orten wo moderne Architektur etwas Entscheidendes dazu beitragen könnte zur Prägung eines Ortes, zur Charakterbildung eines Orts.
00:47:24: dort wird sie einfach nicht konsequent durchgesetzt.
00:47:28: Beispiel Kagan auf der Platte finde Das schmale, schwarze Hochhaus von Dominique Perron.
00:47:39: Es ist eines der schönsten Gebäude des Staates – das höchste Gebäudestadt und es hat aber formal so viel Interessantes mit.
00:47:48: Und wenn du den ursprünglichen Entwurf kennst dann weißt du dass dieser DC-I Tower einen zweiten Tower gebraucht hätte, mit dem er in einer ganz bestimmten Spannung steht und in einem Dialog steht.
00:48:03: Das ist aber jetzt nicht gebaut worden wie ursprünglich geplant, sondern wird anders geplant.
00:48:07: Schaut aus wie eine Käsereibe weil die Investoren Außenflächen brauchen damit sie diese Wohnungen da ja verkaufen können.
00:48:17: und das ist das was mich manchmal traurig macht wenn man sieht
00:48:22: es
00:48:23: wäre alles angerichtet.
00:48:25: Es gibt Projekte die sind von vorn noch hinten durchgeplant Die haben Qualität, die haben Aussagekraft.
00:48:32: Da werden die besten Leute nach Wien gebracht und liefern tolle Projekte ab.
00:48:38: Und am Schluss ist dann dieses unzählige Giant Ranch aus Bürgienezer Diefen und Investoren, errichtet diese Projekten zugrunde.
00:48:51: Aber ich will nicht klagen!
00:48:54: Ich möchte nur eine Sache noch sagen zum Intercont oder zu diesem Streit um Um das Weltkulturerbe, der Dietmar Steiner, der Direktor vom Architekturzentrum hat einmal etwas ganz Richtiges gesagt.
00:49:09: Er hat gesagt, dass wahre Weltkulturerbe in Wien ist ein soziale Wohnbau und nicht die Barocke Innenstadt.
00:49:15: Und dieser Meinung bin ich zu hundert Prozent, weil es genau der Grund ist warum Wien jetzt noch immer eine lebenswerte Stadt ist, warum in Wien die Gentrifizierung nicht so durchgeschlagen hat wie in London und Paris, Zürich, München, Berlin.
00:49:33: Und wo auch hier im Stadtzentrum Menschen leben können, die sie nicht drei tausend Euro für die Mitte leisten können.
00:49:41: Das finde ich etwas unglaublich wertvolles und darauf bin ich sehr stolz als Wiener.
00:49:47: Also Gemeindebauten?
00:49:48: Gemeindebau, sozialer Wohnbau.
00:49:51: Architektonisch Karl-Marx Hof
00:49:52: oder... Stoßartikel
00:49:54: im neunzehnten Jahr.
00:49:55: Jetzt
00:49:56: gibt es einen neuen Gemeindebaum im zehnten mit dem Namen Willi-Risadaritzhof.
00:50:02: Wie der ist gebaut?
00:50:03: Genau!
00:50:04: Das ist auf alle Fälle was man als positiv erwähnen kann auch die Namensgebung passend.
00:50:09: Hundertprozent.
00:50:10: Ich glaube er hat dort gewohnt seit langem in der Gegend.
00:50:12: Der Willy ist aufgewachsen dort, der stand aus als Stinaz und seine Eltern sind nach Wien gezogen.
00:50:24: Und der hat dort einen Humboldtplatz gewohnt, das war der Platz, der wieder Willi immer gesagt hat am nächsten zu Stinazz war, weil da ist die Bahn weggefahren.
00:50:37: Na du wenn wir jetzt schon bei Willi reserviert sind dann gehen wir nicht chronologisch nach Bezirken vor sondern In die Rheintorf, Gasse oder Straße?
00:50:50: Gasse.
00:50:51: In der Rheindorf-Gasse
00:50:52: hasst es Pfloster.
00:51:16: Das
00:51:31: Leben ist geschmackt und du bist wiederheim in der Kurs.
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